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"Auch ich hätte eigentlich allen Grund meine Tumore als Feind in mir zu sehen - aber es sind meine Tumore. Sie stehen mit mir in Zusammenhang, ich kann sie nicht einfach getrennt von mir sehen." (Peter Horn)
Wenn Krankheit eine Reise wäre, dann ist mein Bruder Peter Horn seit fast dreißig Jahren unterwegs. Mit sechzehn wurden bei ihm die ersten gutartigen Tumore im Kleinhirn diagnostiziert. Das Wort gutartig schließt dabei leider den möglichen Tod des Patienten nicht aus. Trotz unzähliger Operationen wurde er die Geschwüre nur zum Teil los. Mittlerweile sind die Tumore für ihn nicht mehr Feinde, die es zu bekämpfen gilt, sondern Freunde und Wegweiser.
Im Frühjahr 2000 kam Peter, ausgelöst durch das erneute Wachsen von zweien seiner Tumore, wieder in eine lebensbedrohliche Situation. Er haderte mit sich, ob er der Natur freien Lauf, das Sterben akzeptieren oder die Tumor durch eine weitere Operation entfernen lassen sollte.
Peter entschied sich für das Weiterleben und ich entschloß mich, über meinen Bruder und seine Lebensumstände, seine bemerkenswerte Philosophie, sein Verständnis von Krankheit, einen Film zu drehen. Fast zwei Jahre habe ich ihn dann immer wieder mit der Kamera beobachten dürfen, hat er mir sein Vertrauen geschenkt und mich stellvertretend für Sie in sein Leben blicken lassen. Um die Intimität, die brüderliche Vertrautheit zu bewahren, habe ich ohne Team nur mit einer DV-Kamera gearbeitet.
Mehr als zwanzig Jahre Krankheitsgeschichte prägen und verändern die Sicht
auf das Leben, machen sensibel für Zusammenhänge, führen zu einer
eigenwilligen Perspektive.
Ein Dokumentarfilm von fünfunddreißig Minuten Länge entstand und kann in Anbetracht der Kürze der Zeit nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben meines Bruders darstellen.
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Länge: 35 Minuten (DV/DigiBeta)
Fertigstellung: November 2001
Buch, Regie, Kamera, Ton, Produktion: Andreas Horn
Schnitt: Eva Voosen
Redaktion: Nicole Baum, Inge Classen (ZDF/3sat)
gefördert mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz
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