Ich war am Handwerken. Es tat mir gut mit Anforderung an mich und genauem Achten körperlich zu arbeiten. Tragende, angenehme Gefühle kamen, die eine Verbundenheit zwischen meinem Inneren und meinem Körper schufen. Der Moment war schön. Das mir zur Verfügung stehende Werkzeug war beschränkt und beim Sägen war ich stolz auf mich, mit einer groben Säge doch relativ genau arbeiten zu können. Es war mir, als würde ich dies mir selbst in Gedanken erzählen. Das Gesägte war zwar ganz gut, ausreichend, um vor mir in Anbetracht der fehlenden Feinsäge stolz zu sein. Aber doch eindeutig nicht gut genug, dass es andere als gelungene Arbeit ansehen. Auch dies begründete ich vor mir in Gedanken. Schließlich füllten mich diese selbstbestätigenden Gedanken immer mehr aus und nahmen mich ein. Bis sich dann schließlich meine Tumore meldeten und ich Gleichgewichtsprobleme bekam. Ich hielt inne, ging in mich, meditierte. Dann fiel mir auf, dass mich, bevor sich meine Tumore meldeten, meine selbstbestätigenden Gedanken immer mehr ausfüllten.

Am Anfang des Handwerkens hatte ich angenehme Gefühle und spürte eine Verbundenheit mit mir. Genau genommen waren aber ab dem Zeitpunkt, als ich mir mit meinen Gedanken meine Arbeit versuchte zu bestätigen oder aufzuwerten, keine Gefühle mehr da. Ganz offensichtlich habe ich mit diesen selbstbestätigenden Gedanken meine Gefühle verdrängt. Was für ein Widerspruch, ich bin stolz auf mich und verdränge meine Gefühle damit. Was bringt es mir eigentlich, wenn ich vor mir meine Arbeit in Gedanken aufwerte und
stolz auf mich? ( Was bewirkt Stolz?)

Es wäre auch nicht zu Gleichgewichtsproblemen gekommen, wenn ich vorher auf meine inneren Vorgänge geachtet hätte.